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Seit 1390

Das Hotel am Kornmarkt atmet historische Gastlichkeit und gilt mittlerweile als das Hotel mit der längsten Geschichte in Bregenz.

Wie alles begann

Seit vor einigen Jahren die „Krone am Leutbühl“, in der im Jahre 1492 eine Delegation der Republik Venedig über Nacht eingekehrt war und sich bewirten ließ, ihre Tore geschlossen hat, ist das „Gruner-Messner“ das älteste Gasthaus in der Stadt Bregenz, in dem schon vor 400 Jahren bewirtet wurde.

Zurückverfolgen lässt sich die Hofstätte bis zum Jahre 1390. Es ist eine der beiden Hofstatten am Vatzenwasen und identisch mit dem „Sehusalehen“. Die Lehensinhaber waren dem Grafen verpflichtet ihn bei Bedarf mit dem Schiff über den See zu führen. Die Hofstatt lag damals unmittelbar an der Stadtgrenze und an der sogenannten Stede, dem Bregenzer Hafen. Seine Eigentümer waren Schiffs- und Holzleute und kräftige Steuerzahler, wie aus den Steuerbüchern des 16. Jahrhunderts hervorgeht.

Hotel Messmer damals

1570

Mit Jakob Hälin beginnt um 1570 die Reihe jener Eigentümer, die nicht nur die Schifffahrt und das Holzgewerk betrieben, sondern auch als Gastwirte auftraten. Seinem Verhandlungsgeschick als Stadtamtmann ist 1579 die Entlassung der Bregenzer aus der Leibeigenschaft, soweit sie noch bestand, zu verdanken. In seine Amtszeit fällt auch die größte Stiftung, die der Stadt Bregenz jemals gemacht wurde: Der aus Langen bei Bregenz gebürtige Namensvetter des Stadtamtmannes, Jakob Eimer, Bischof zu Ascalon, Weihbischof und Domherr zu Konstanz, vermachte der Stadt beträchtliche Barmittel für fromme Stiftungen, besonders aber das Gut Blattach und Waldungen, die teilweise noch heute im Besitz der Stadt Bregenz sind.

Ein Bild in der Pfarrkriche St. Gallus zeigt Stadtamtmann Jakob Hälin und Weihbischof Jakob Eliner bei dessen Stiftungsübergabe im Jahre 1574. Obwohl zwischen den beiden Städten Bregenz und Lindau - besonders seit dem großen Bregenzer Stadtbrand von 1581 - ein korrektes, ja herzliches Verhältnis bestand, gerieten sich die katholischen Bregenzer und die lutherischen Lindauer öfters in die Wolle. So ist auf Grund dieser Spannungen auch der Name eines Gastes bekannt, der 1594 einen über den Durst getrunken hatte, was ihn zum Übermut verleitete. Am 9. Mai 1594 besuchten sechs lindauische „Burger- oder Handwerksleut“ den Bregenzer Mai-Jahrmarkt und kehrten am späten Abend beim Altstadtammann und ersten Rat Jakob Hälin (Mesmer) zur „Nachzech“ ein. Sie ließen sich bewirten, und als sie gegangen waren, fanden sich mit Kreide geschrieben einige Spottverse an den Türen:

Du gibt vill guotter Wort on Gunst
treipst vill Brachts (Auftrumpfen) mit clainer Kunst
Jar-Zall also 1592
Der Pabst und sein Rath
wierd noch zu Schand und Spott
Ja, und aber er ist ain Engel vor Gott
Wie der Teuffel ain Zwelffpott (Apostel)
Jar-Zall also 1589

Wie sich herausstellte, war der Schreiber Bartlame Weller, vom weit bekannten Handelsgeschäft Weller. Er wurde in Lindau auf Klage Hälins mit zehn Pfund Strafe belegt.

Nach dem Hinscheiden des tatkräftigen Stadtamtmannes Jakob Hälin um 1605 ging das Haus in den Besitz seiner Erben über, die es an „Herrn Georg Chri...

Nach dem Hinscheiden des tatkräftigen Stadtamtmannes Jakob Hälin um 1605 ging das Haus in den Besitz seiner Erben über, die es an „Herrn Georg Christoph von Weitlingen, des ritterlichen Ordens S. Johannes Groß-Balley in Teutschen Landen, Comptur zu Würzburg usw.“ verkauften, nach dessen Tod kam es an seine Frau Elisabetha und den Sohn Georg. Mit Kaufvertrag vom 24. 3. 1619 veräußern diese den Besitz, bestehend aus „Haus, Hofstatt, Speicher, Stallung, Bomb- und Krautgarten auch Wayer- oder Rohrbrunnen, alle beiainander in einem Einfang“ an Juncker Marguart Christoph von Buebenhofen um 1800 Gulden.

Auf der Stadtansicht von Matthäus Merian aus dem Jahre 1643 ist das Haus zwischen Kalkofen und den Holzhöfen am See in unmittelbarer Nähe der Stede (des Hafens) dargestellt. Durch seine Lage inmitten von Gewerken, bei denen die Männer hart zu arbeiten hatten und dadurch leicht ins Schwitzen kamen und an der einzigen Straße Richtung Klause, erklärt sich die wirtschaftliche Prosperität des Hauses durch Jahrhunderte. Die Gründung des Bregenzer Kornmarktes um 1650 am Vatzenwasen (heute Kornmarktplatz und Kornmarktstraße) und die durstigen Kehlen der Kornführer und -händler führten zu einem beachtlichen Wein- und Bierkonsum, der aus den Umgeldund Wellengeldzahlungen (Steuer) der jeweiligen Eigentümer des Hauses ersichtlich ist.

Auf der Stadtansicht von Matthäus Merian aus dem Jahre 1643 ist das Haus zwischen Kalkofen und den Holzhöfen am See in unmittelbarer Nähe der Stede...

1730

Andreas Wilhelm von Aichbeckh, der das Haus etwa 1730 von seinem Vater Georg Wilhelm von Aichbeckh übernommen hatte, besaß einen Rebgarten im oberen Weidach und 113 Gerechtsame an einem Torggel, der im Rebgarten lag. Der Besitz von 1 1/2 Holzmälern, einem Holzhof mit einer Holzhütte und 1/2 1 „lädi gerechtigkeit“ wiesen ihn als rührigen Wirt, Holz und Schiffsmann aus, der die Lage des Hauses zu nutzen verstand.
Über seine Witwe ging der Besitz an den Sohn Franz v. Eichbek über, der Oberamtsrat in Weingarten war. Der blieb anscheinend was er war - nämlich Beamter - und veräußerte den Besitz 1770 an Fidel Reiner den Älteren.
Die Steuerbeschreibung von 1796 weist ihn als äußerst kapitalkräftigen Mann aus.
Neben landwirtschaftlichen Gründen in der Bitzelwies und im Flotzbach hatte er 1 1/8 Juchart Reben am Klausberg und 15.ooo Gulden bares Kapital zu versteuern, was etwa einem Gegenwert von 10 gutgebauten Stadthäusern entsprach. Nach seinem 1798 erfolgten Tode übernahm sein einziger, gleichnamiger Sohn Fidel (geb. 1767) den Besitz. Erstmals ist auch eine Mostpresse erwähnt, für die er im Jahre 1802 12 Kreuzer Steuer bezahlt. Die Einsicht, dass zu einem guten Schluck Wein oder Most auch ein guter Bissen Brot gehört, dürfte ihn verführt haben, das Haus Nr. 186 (heute Kirchstraße ) samt „Bäckerpfisterey“ (Bäckerei) zu erwerben.

Sein Sohn Ferdinand (geb. 1799) trat in die Fußstapfen seiner Vorväter und übernahm 1832 Besitz und Wirtsgerechtsame. Nach seinem Tode führte kurze...

Sein Sohn Ferdinand (geb. 1799) trat in die Fußstapfen seiner Vorväter und übernahm 1832 Besitz und Wirtsgerechtsame. Nach seinem Tode führte kurze Zeit sein Sohn Eduard (geb. 1837) und dann seine Tochter Maria Anna Adelheid (1842-1913), die mit dem Buchbinder Gustav Adolf Gruner (1844-1905) aus der Kirchgasse im Jahre 1874 die Ehe eingegangen war, die Wirtschaft. Aus dem Buchbinder wurde der Wirt, der dem Haus ein Jahrhundert lang den wohlklingenden Namen „Zum Gruner“ oder „Gruners Biergarten“ gab.

1875 wurde den beiden eine Tochter geboren, die sie nach der Großmutter Anna Maria tauften. Nach dem Tode ihrer Mutter (1913) führte sie in schwerer Zeit den „Gasthof Gruner“ mit ihrer Schwester Klara weiter. Sie wurde zur wohl bekanntesten Wirtin von Bregenz und war so sehr um das Wohl ihrer Gäste besorgt, dass sie sich nicht einmal Zeit zum Heiraten nahm. 1949 wurde ihr vom Gastwirteverband in Vorarlberg für ihre 56-jährige Berufstätigkeit eine Ehrenurkunde verliehen. Sie starb 1959 hochbetagt. Inzwischen war nach 150-jähriger Familientradition Reiner-Gruner 1948 das Haus in den Besitz von Herrn Georg Messmer und Frau Agnes, geb. Riedesser, übergegangen. Dank seiner überaus gründlichen Ausbildung und seiner hervorragenden Fähigkeiten hat er den Gastronomiebetrieb durch einen Neu- bzw. Umbau mit seiner Familie zu einem angesehenen Hotel mit 100 Gästebetten und zu einem gern besuchten Restaurant gemacht. Besonders der schattige Gastgarten war vielen Gästen besonders zur Festspielzeit geradezu eine Oase der Erholung. Bis zum Verkauf des Hauses 1989 stand das Haus unter der Leitung der Tochter Paula.

1875 wurde den beiden eine Tochter geboren, die sie nach der Großmutter Anna Maria tauften. Nach dem Tode ihrer Mutter (1913) führte sie in schwere...
Kornmakrtplatz

1990 bis Heute

Im Jahre 1990 hat das Hotel nach einer 6- monatigen Umbau- und Renovierungszeit unter neuer Führung seinen Betrieb wiederaufgenommen. Viele staunten über die Geschwindigkeit des Umbaus und so manch einer glaubte darauf wetten zu können, das der Termin Mai 1990 nicht halten würde. Dieses jüngste Kapitel in der Geschichte des ältesten noch bestehenden Hotels von Bregenz, in dem schon vor 400 Jahren gewirtet wurde, ist nun abgeschlossen.
Das Haus präsentiert sich in neuem Glanz und mit vielen neuen Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel dem lichten Wintergarten, den ansprechenden Konferenz- und Seminarräumen oder der Tiefgarage. Zudem sind ein Großteil der Zimmer komplett neu eingerichtet und gestaltet.

Aber auch auf die Tradition wurde nicht vergessen, so ist das "Herz" des Hauses, die seit langem beliebte Weinstube, in ihrer ursprünglichen Form und Ausstattugn erhalten.

Übernommen wurde das Haus im Herbst von der Messmer- Hotel am Kornmarkt-Ges.m.b.H. & CO KG, die das Haus samt Areal von Frau Paula Falschlunger erwarb. Gesellschafter sind der in Bregenz bestens bekannte Josef Fitz mit Frau Annemarie und Herr Jürgen Haim, der die Funktion des geschäftsführenden Direktors einnimmt.
Jetzt erwartet ein junges Team mit vielen neuen Ideen die hoffentlich zahlreiche Gäste. Köstliche Menü und Buffetangebote stehen Besuchern für verschiedenste Anlässe zur Auswahl, bestens ausgestattete Hotelzimmer warten auf die Bregenz - Besucher aus aller Welt und vier, für die vielfältigsten Anlässe bestens adaptierbare Seminarräume stehen Veranstaltern aus dem In- und Ausland offen.

Das Messmer Hotel am Kornmarkt wird mit Sicherheit seinen seit Jahrhunderten erfolgreichen Kurs beibehalten.
Gäste mit berühmten Namen sind im Laufe der Jahrzehnte ja Jahrhunderte im Hause zugekehrt und haben seine wohltuende Gastlichkeit genossen: als erster, namentlich bekannter Gast der Lindauer Barthlome Weller im 16. Jahrhundert, Alois Negrelli (Wikipedia), der als großartiger Ingenieur und Planer des Suez-Kanals in die Geschichte eingegangen ist und von 1829-1832 in dem Haus gewohnt hat, die zahlreichen Berühmtheiten aus Theater und Oper, die nach den Aufführungen im Bregenzer Musentempel die örtliche Nähe des „Messmer“ als wohltuend empfinden durften. Sind auch die alten Mauern (leider) gefallen, um einem Neubau Platz zu machen: Das Haus, am Kornmarkt atmet historische Gastlichkeit!

Das Messmer Hotel am Kornmarkt wird mit Sicherheit seinen seit Jahrhunderten erfolgreichen Kurs beibehalten.